Zimmer in eleganter Jugendstil- Villa hoch über der Stadt und dem Neckar. Innenstadt, Uni und Mensen sind nur Schritte entfernt.
15 - 25 Quadratmeter
150 - 200 Euro
Wasser, Strom, Heizung, Internet, Telefon inklusive
Die Akademische Gesellschaft Stuttgardia ist eine liberale, nicht schlagende, nicht farben-tragende Korporation von Studentinnen und Studenten an der Eberhard Karls Universitaet Tübingen
Das neue Haus besaß einen Hauboden. Nach den Statuten von 1897 übte man viermal wöchentlich unter Leitung des
Fechtwarts
Hiebfechten (Fechten mit Schläger oder Säbel). Es ging vor allem darum, ohne auszuweichen oder zu zucken, die
Partie “zu stehen”. Da die Stuttgardia keine Bestimmungsmensuren focht, war das Fechten mit dem entsprechenden
Körperschutz eine sportliche Übung. Es gab allerdings einige Mitglieder, die scharf fechten wollten. Sie verschafften
sich einen “Ramsch”, d.h. eine Contrahage (Forderung) von einem anderen Studenten. Die Forderung mußte von einem
Ehrengericht und vom Konvent genehmigt werden. Die Genehmigung wurde nicht immer erteilt. Das Ehrengericht
konnte den Beleidiger zu “Revokation und Deprekation” verurteilen80. Bei einer Säbelforderung pflegte man sich in
der kommentmäßigen Frist von sechs Wochen beim Universitätsfechtlehrer Nußbaumer im Pfleghof einzupauken. Die
Partien wurden oftmals im Waldhörnle bei Derendingen ausgetragen. Die Stuttgardia bat, da sie keine eigenen scharfen
Waffen besaß, damals regelmäßig die Verbindung Saxonia um Waffenschutz. Dieser bestand in der Gestellung von
Säbel und Bandagen sowie eines Sekundanten, u.U. auch des Paukarztes.
Um 1910 war die Gefahr von Zusammenstößen der Angehörigen verschiedener Korporationen, die zu Contrahagen
hätten führen können, dadurch gemildert, daß sich die alkoholischen Höhepunkte des Verbindungslebens vorzugsweise
auf eigenen Häusern abspielten. Bestand bei besonderen Ereignissen eine erhöhte Gefahr, half man sich mit dem
Ausrufen eines interkorporativen Burgfriedens durch den AVTC, wie dies z.B. beim Bennofest, dem Auftakt der
winterlichen Starkbiersaison, üblich war. Tübingen sei kein Raufnest gewesen81.
Schon vor der Jahrhundertwende wurde Tennis gespielt82. Ab Juni 1899 mietete die Gesellschaft einen Platz am
Neckar. Hinter einigen schützenden Büschen bot sich auch eine herrliche Badegelegenheit, so daß der Tennisplatz in
warmen Sommernächten auch zum “Nabaden” besucht wurde. Im März 1907 hatte sich der Altenausschuß auf Bitte der
aktiven Gesellschaft einverstanden erklärt, neben dem Neubau des Gesellschaftshauses einen Tennisplatz anlegen zu
lassen. Er nahm jedoch, als Architekt Dollinger sich dagegen wandte, seine Zustimmung wieder zurück. In den Jahren
ab 1908 wurde sehr betont dem Tennisspiel gehuldigt. 1909 war ein großer Teil der Bundesbrüder dem Akademischen
Tennis-Klub beigetreten. Dieser hielt sich für exklusiv und nahm nicht aus allen Verbindungen Mitglieder auf. Im SS
1910 beteiligten sich mehrere Bundesbrüder an einem internationalen Turnier, im SS 1911 errangen drei Bundesbrüder
Preise. Um 1913/14 galt der Tennisplatz allerdings bereits wieder mehr als eine Stätte des Flirts.
Besonders beliebt war in dieser Zeit das Reiten, zumal eine Reihe von Mitgliedern bei Kavallerie-Regimentern gedient
hatte. Andere lernten das Reiten im Universitätsreitstall der Gebrüder Fritz, der wegen seiner schönen Pferde und seines
guten Unterrichts berühmt war83. Daneben gab es Pferde bei den Wagenvermietern Dill und Kittel. Auf den
“Kittelgäulen” gelangte der Student auch nach durchzechter Nacht sicher von Hohenentringen nach Tübingen zurück.
Nach den Jahresberichten gab es erstmals im Februar 1900 ein Musikreiten. Das Programm enthielt z.B. eine Quadrille,
Springen, Fahrschule und Lanzenstechen. Im Juli 1908 wurde statt des ausgefallenen “Königsritts” ein offizieller Ritt
nach Hohenentringen veranstaltet. In den folgenden Jahren ist der “Königsritt” immer wieder erwähnt, ohne daß sein
Ablauf beschrieben worden wäre. Im SS 1909 erklärte die aktive Gesellschaft das Reiten für offiziell, so daß es nun
auch einen Reitwart gab. Oftmals ritten die Bundesbrüder in den Schönbuch, vor allem nach Hohenentringen, wo sie
sich sporenklirrend an die mit Verbindungszirkeln bedeckten Tische zu Trunk und Vesper setzten. Nach dem Frühritt
versammelte sich die Schar auf dem Haus zu einer Reiterfrühmesse, die mit dem Lied “Wohlan die Zeit ist kommen,
mein Pferd, das muß gesattelt sein” begann. Im WS 1910/11 gab es nach längerer Zeit wieder einige Musikreiten, die in
den folgenden Semestern wiederholt wurden. Sorgfältig eingeübt, standen sie im Mittelpunkt von Sommer- oder
Winterfesten.
Nach Aufstauung des Neckars im Jahr 1912 erwarb die Stuttgardia ein Ruderboot, um auf der Wasserfläche Sport
treiben zu können. Kegelabende wurden schon seit Jahrzehnten im Felsenkeller oder in der Seegerei abgehalten. Sie
erfreuten sich jedoch keiner unwidersprochenen Beliebtheit84.