Zimmer in eleganter Jugendstil- Villa hoch über der Stadt und dem Neckar. Innenstadt, Uni und Mensen sind nur Schritte entfernt.
15 - 25 Quadratmeter
150 - 200 Euro
Wasser, Strom, Heizung, Internet, Telefon inklusive
Die Akademische Gesellschaft Stuttgardia ist eine liberale, nicht schlagende, nicht farben-tragende Korporation von Studentinnen und Studenten an der Eberhard Karls Universitaet Tübingen
Die Stuttgardia beschäftigte seit den 80er Jahren einen Gesellschaftsdiener. Etwa ab dem Sommer 1894 war dies
Johannes Böhringer48. Nach dem Erwerb des Kocherschen Hauses wurde ihm im Erdgeschoß und einem Anbau eine
Wohnung eingerichtet. Der erste Hausmeister der Stuttgardia wirkte hier mit seiner Frau bis zu seinem Tod im April
1900.
Als Nachfolger wurde auf 1.5.1900 David Sieß49 angenommen, offenbar mit der Auflage, sich alsbald zu verheiraten.
Seine Frau Margarete konnte jedoch nur kurz auf dem Stuttgardia-Haus tätig sein. Ende Juli 1904 verstarb sie an den
Brandwunden, die sie sich bei unvorsichtigem Einschütten von Spiritus in einen Herd zugezogen hatte. Die
Semesterschlußkneipe der Gesellschaft fiel deshalb aus. Nach mündlicher Überlieferung erhielt Sieß wiederum die
Auflage, sogleich zu heiraten. Eine Kommission der aktiven Gesellschaft habe in verschiedenen Tübinger Restaurants
gegessen und jeweils mit der Köchin gesprochen. Auf diese Weise habe sie eine Frau für Sieß ausgewählt. Katharina
Sieß, nach Hans Wildermuth “sanft, rund, blond”, kochte tatsächlich vortrefflich. Im Bopserboten von 1910 wurde ihre
Brieslespastete gerühmt, Battenberg bezeichnete Hirschbraten als ihr Glanzstück.
David Sieß war ein ungemein tüchtiger Mann, bald erfahren in allen studentischen Bräuchen. Schon vor dem ersten
Weltkrieg sei jedes Semester der Witz aufgetaucht, Sieß zum Präsidium zu machen, und Hans Wildermuth meinte, der
Bund wäre wohl nicht schlecht dabei gefahren. Wurde ihm das Treiben der Bundesbrüder zu toll, verschaffte er sich mit
massiver Grobheit Luft, was man dem viel geplagten Mann nicht verübelte. Der Gesellschaftsdiener war beinahe mit
einem Wirt zu vergleichen, der im “Kasinobetrieb” zusammen mit seiner Frau das Haus versorgte und einen Teil seines
Einkommens durch den Verkauf von Speisen erzielen mußte.