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Die Akademische Gesellschaft Stuttgardia ist eine liberale, nicht schlagende, nicht farben-tragende Korporation von Studentinnen und Studenten an der Eberhard Karls Universitaet Tübingen
Zu jedem der Familienabende gab es auch in dieser Zeit die meist achtseitige Ballzeitung “Der Bopserbote”. Nur 1896
erschien der Bopserbote wegen seines angeblich lockeren Tons nicht und dafür ein “Schwäbischer Merkur” in der
gleichen Art. Empfänger für Zusendungen und damit wohl Redakteur war Paul Hochstetter, nach dessen Tod Karl
Geyer.
Allgemein hieß es zum Bopserboten in der Festschrift von 1919: “..der amtliche Teil, der unverkennbar seine Abkunft
aus dem Michoud verriet. Denn was in der Lindenstrasse im Lauf eines Jahres am weissgescheuerten Biertisch in
sparsam-zähem Männergespräch als öffentliche Meinung der Stuttgardia erzeugt und zu Anekdoten und Histörchen
über die Stellung der Bundesbrüder in Familie, Gesellschaft und Staat geformt wurde, das fand im Bopserboten den
letzten Schliff, flatterte mit ihm hinaus in Dutzende von ländlichen
Kanzleien und Doktorhäuser und erweckte überall ein still-verständnisvolles Schmunzeln. Der Bopserbote schuf die
unverrückbaren Typen, die dann, von den Hausdichtern der Stuttgardia in wenigen kecken Strichen gezeichnet, bei
ihrem Auftreten auf der Bundesbühne schon an ihren Attributen von den jubelnden Zuschauern als alte Freunde erkannt
und begrüsst wurden.” Obwohl viele der Anspielungen heute nicht mehr zu verstehen sind, zeigen die erhaltenen
Exemplare, mit welch großem Witz man damals eine Ballzeitung zusammentrug. Daß das nicht einfach war, beweisen
die vielen Aufrufe um Zusendungen. Empfindlich durfte man nicht sein, denn die Beiträge waren oft recht persönlich.
Aber das war, wie das Gedicht “An unsere Leser” von 1895 zeigt, gewollt:
Der liebe alte Bopserbot’!
Was hatten wir mit dem für Not!
Dem Blatt, seit Jahren hoch geachtet,
Ward nach dem Leben schnöd’ getrachtet:
Nicht fein sei es, zu ungeniert,
Zu wenig mädchenhaft geziert,
Kurzum nicht existenzberechtigt!
- So ward das gute Blatt verdächtigt!
‘s ist freilich arg, ‘s liest jeder Bengel
D’raus, dass die Stuttgarter nicht Engel,
Der Bixier jubelt und der Igel:
“Nicht Engel sind’s, noch Tugendspiegel!”
“Konrad, ich muss dich ernstlich bitten,
Lass’ ab von deinen bösen Sitten!”
- So spricht Mama in strengem Ton
Und hält das Blättchen vor den Sohn.
“Ach Karl!” so hört zu Haus’ der Gatte,
“Du trinkst zu viel, steht da im Blatte.
Das endet schlimm, wie wird mir bange,
Ja, ja, Mama sagt’s auch schon lange.”
Vielleicht im Ministerium
Könnt’ auch am End’ man’s nehmen krumm,
Wenn man vom Rat im Blatte liest,
Dass manchmal noch ein Mensch er ist.
‘s ist freilich arg! Wir sagen’s auch -
Und halten fest am alten Brauch’,
Am Brauch’, der nie den Witz verlor,
Ob kräftig oft auch der Humor.
In aller Welt stimmt doch zumeist
Zum losen Mund ein frischer Geist,
Und wer sich selbst am Näslein zupft,
Den lassen and’re ungerupft.
So sei’s auch heut’ und, lieber Leser,
Gefällt dir’s nicht, so mach’ du’s besser!
Geschimpft wird doch, wir wissen’s schon,
Doch uns ist’s Wurscht!
Es waren allerdings meist dieselben Bundesbrüder, die Objekte der spitzen Feder wurden und über die die Stuttgardia
lachte. Wer ferner stand, fiel hier nicht auf. Um 1895/98 waren Hauber, Hochstetter, O.Haidlen, Bayha, Decker,
Th.Souchay, F.Steudel, die Gebrüder Elben, K.Geyer, der Junggeselle Schmoller, Seckel, R.Mohl, Seubert, Gärttner
sowie Gustav Schwab oft Gegenstand von Beiträgen. In dieser Zeit wurden auch mehrmals der Förster Julius
Nördlinger in Pfalzgrafenweiler und Christian Bantlin erwähnt. Im Bopserboten von 1895 hieß es z.B. über Oskar
Haidlen:
Sang an Oskar
O Oskar, Herr der Brüder,
Dem sich der Manfred beugt,
Vor dem sich, ausgebeutelt,
Beim Jeu der Fux verneigt!
Es wallen unsre Scharen
Hin nach der Werastrass’,
Dort giebt’s die besten Stiefel,
Anfertigung nach Mass.
Und wenn man mit dem Hausbau
Und seiner Zahlung steckt,
Du, Oskar, Herr der Häuser,
Du hilfst uns unentwegt!
So tön’ auch heute wieder
Bei Tanz und Beckenklang
Dir, hehrer Gogenschlächter,
Wie Sturmwind unser Sang!
Die Mitwirkung von Damen der Stuttgardia, aber auch deren Vorstellungen, zeigt eine “Adresse der Damen an den
Wohlfahrtausschuß der Stuttgardia” von 1895:
“Für die Einladung zum heutigen Familienabend und die Bemühungen des Wohlfahrtausschusses sprechen wir unseren
gnädigen Dank aus. Wir glauben zum ferneren Gelingen des Familienabends und überhaupt zum Blühen und Gedeihen
der Stuttgardia beizutragen, wenn wir unsere vornehmlichsten Erwartungen und unsere Stellungnahme zu den
schwebenden Fragen hiemit zum Ausdruck bringen.
1. Eine Revision der Verfassung des Wohlfahrtsausschusses ist zeitgemäss und geboten. Als geeignete Grundlage hiezu
erachten wir die Aufhebung der Vorrechte des männlichen Geschlechts im Ausschuss und die Übertragung der besseren
Hälfte der Stellen in demselben an vom zwanzigsten Jahr an wählbare Damen, welche durch allgemeines, gleiches,
unmittelbares und, soweit möglich, geheimes Stimmrecht der weiblichen Bevölkerung gewählt werden.
2. Für den Familienabend selbst wäre eine ausgiebigere Vertretung der auswärtigen Kreise als dringender Wunsch zu
bezeichnen. Wir fordern erhöhten Eifer im Tanzen und unnachsichtliche Ahndung hiergegen sich verfehlender
Mitglieder. Der Besuch des Bierstübchens sollte an den Besitz eines von einem Damenkomitee ausgestellten Ausweises
über ausreichende Erfüllung der Tanzpflicht geknüpft werden. Die Schaffung eines Isolierraums für Verlobte und
solche, die es werden wollen, würde freudigst begrüsst werden. Eine Einschränkung der Ausdehnung der Frühmesse am
Sonntag nach dem Familienabend ist, wenigstens soweit es sich um Ehemänner handelt, ein begründetes Verlangen.
3. Die Aufhebung der Lebenslänglichkeit des Junggesellentums ist ein berechtigter Wunsch der Damen. In dieser
Richtung ist das Vorhandensein von gegenwärtig zwölf Brautpaaren in der Stuttgardia als ein Schritt zur Besserung zu
begrüssen.
4. Dem Verlangen nach einer gründlichen Schulbildung beim weiblichen Geschlecht stehen wir sympathisch
gegenüber. Doch müssen wir die von einzelnen Seiten für die künftige Gattin neben musikalischem Talent gewünschte
Ausbildung im Kuhmelken und in sonstigen landwirtschaftlichen Fertigkeiten als übertriebene Zumutung bezeichnen.
5. Die erhöhten Leistungen für die Familie erfordern für den Staatshaushalt des Familienabends und der Stuttgardia
umsichtigste Sparsamkeit. Unnötige Luxusbauten sind zu unterlassen. Dagegen darf der Cotillon unter keinen
Umständen durch Beschränkung der darauf zu verwendenden Ausgaben geschädigt werden. Eine Steuerreform,
insbesondere eine stärkere Belastung von Bier und Tabak, darf unserer gewissenhaftesten Prüfung sicher sein. Einer
Besteuerung des Hazardspiels im Michoud stimmen wir unbedingt zu.
6. Für Kunst und Litteratur haben wir warmes Interesse. Die Aufführung geeigneter Theaterstücke an den
Familienabenden werden wir stets thatkräftig unterstützen. Die Dichtung und Inscenierung selbstverfasster dramatischer
Werke seitens der aktiven Gesellschaft, soferne dieselben für unsere Auffassung verständlich sind und sich in den
Grenzen feiner Sitte halten, stehen wir mit Wohlwollen gegenüber. Den Bopserboten halten wir in unserer
überwiegenden Mehrheit für ein litterarisches Unternehmen von zweifelloser Berechtigung. Wir verlangen indes von
ihm Schonung jeder berechtigten Empfindlichkeit. Ein bei ihm etwa hervortretender Mangel an Galanterie gegen unser
Geschlecht würde uns zu unerbittlichen Gegnerinnen des Blattes machen.
In treuer Anhänglichkeit an die Stuttgardia haben wir uns erlaubt, offen zum Ausdruck zu bringen, was nach unserer
Überzeugung zur Wohlfahrt des Familienabends der Stuttgardia dient.”
Die Exemplare des Bopserboten von 1900 bis 1902 schmückten Vignetten von H.Lotter mit den beiden Tübinger
Häusern einerseits und der Stuttgarter Stiftskirche andererseits. Bis 1910 finden sich immer wieder Zeichnungen von
H.Lotter.
In den Jahren vor und nach der Jahrhundertwende stand der Familienabend und mit ihm der Bopserbote auf dem Zenit.
Die Bedeutung des Familienabends zeigt folgendes Gedicht:
Zum 16. März 1901
Der März ist gekommen, der Wohlfahrtsausschuß ruft,
Herbei zum frohen Feste, es liegt in der Luft,
Daß heute die Freude regiert in unserm Bund,
Der Jugendlust Becher geleert wird zum Grund.
Herr Vater, Frau Mutter, das Töchterlein geht
Heut’ früher nicht heim, als der Gockeler kräht,
Es tanzt pas de quarte, tanzt Walzer, Lanciers,
Galopp und so weiter als wie eine Fee.
Die Frauen, die Schwestern, die Bäschen und Bräut,
In holdester Anmut – das Herz wird mir weit,
Es ist wie ‘ne Lerche und stimmet an mit Lust
Das Lob schöner Frauen aus kräftiger Brust.
Die Brüder des Bundes von Nah und von Fern,
Die Alten, die Jungen, sie kamen so gern:
Der Hauber, der Fischer, der Wildermuth, der Schwab,
Der Reihle in Eile und der Geyer im Trab!
Der Haidle springt waidle, der Leibnitz nicht faul,
Der Faber, der Kreuser, der Reiff wie ein Gaul,
Der Boßert, der Stieler, der Schaller, der Cleß,
Der Mohl und der Raiser, der Breitling, der Heß.
Und hinter den Büschen, da kehr’ ich durstig ein,
An des Bierstübchens Tischen, da ist’s gemütlich sein,
Man kann nicht stets tanzen, der Durst verlangt sein Recht,
Stoßt an aufs Wohl der Damen – und wacker gezecht!
Und ist vorbei der Tanz, so beschließt man die Nacht,
Wohl in des Bahnhofs Hallen, der Portier hält Wacht,
Der Bursche zieht heim in des Morgenrotes Schein,
Und stellt sich dann fröhlich zur Frühmesse ein.
Stuttgardia, Stuttgardia, du ewig junge Maid,
Dir sei jetzt zum Schlusse ein volles Glas geweiht,
Es singet und jauchzt der Freund dem Freunde zu,
Wie bist du doch so schön, o Familienabend du!
Auch der Boxeraufstand in China kam im Bopserboten vor. 1901 wurde ein “Brief” von “Mohl-Pascha” (= Rudolf
Mohl) abgedruckt, in dem ihm in den Mund gelegt wurde, wie er nach Übernahme des Kommandos über das
internationale Expeditionscorps unter Abspielen des Stuttgardia-Marsches die Chinesen schlug. Auch in der Ballzeitung
artikulierte sich deutsches Überlegenheitsgefühl.
In der gleichen Ausgabe findet sich ein Gedicht zur Ernennung von Karl Weizsäcker zum Kultminister:
Weizsäcker
Am fünfundzwanzigsten Februar
Hab’ stolz ich von ihm gelesen,
Dass er ernannt zum Minster war
Vom Schul-und Kirchenwesen.
Da fragte sich’s, ob auch ich mich soll
Ehrfürchtig vor ihm verneigen,
Oder mutig es wär’ und charaktervoll,
Erst recht aufs Dach ihm zu steigen.
Genieren würde mich der Verdacht,
Ich wollte nach oben schlupfen;
Noch übler schien es mir angebracht,
Den hohen Herrn zu verschnupfen.
So gab ich in stiller Reverenz
Zwar keinen Hymnus zum Drucke,
Gedachte jedoch der Excellenz
Mit froh-gewaltigem Schlucke.
Im folgenden Jahr 1902 lautete das Eingangsgedicht des Bopserboten:
An des Frühlings goldner Schwelle,
Wenn die Luft schon weicher wird,
Wenn der Himmel warm und helle,
Wird der schönste aller Bälle
Von Stuttgardia arrangiert.
Und so viele hübsche Damen,
Wie bei uns trifft man sonst nie,
Nie so viel, die so gern kamen.
Denn es scheuen kein Examen
Wir in der Galanterie.
Jeder Fux ist schon ein Herrle,
Und wie stehn wir Alten da,
Eine Kette Perl’ an Perle.
Herkules! wir sind doch Kerle,
Wir von der Stuttgardia.
Zwar kam ach der beste aller,
Er an Weisheit gross und Witz,
Kam der Doktor Ludwig Schaller
Zum Bedauern sicher aller
Mädchen in Privatbesitz.
Aber trösten Sie sich drüber,
Noch so mancher junge Mann
Blieb in der Stuttgardia über,
Den man lieb und den man lieber
Und am liebsten haben kann.
Hör’ ich schon die Saiten zupfen,
Ist es gleich zum Tanzen Zeit,
Und jetzt gilt es leicht zu hupfen
Und heisst es, nicht zu verschnupfen
Durch zu grosse Sprödigkeit.
Bundesschwestern, Bundesbrüder,
Schlingt euch lustig Paar um Paar,
Leert der Freude Becher nieder.
Kam’s zum End’, so freut euch wieder
Auf das Fest im nächsten Jahr.
1903 hieß es unter “Amtliches”:
“Lord Hammerbox (= Bockshammer) ist auf sein Ansuchen zum K.Kammerherrn ernannt worden. Die allerhöchste
Gnade ist ihm besonders dadurch zuteil geworden, daß der ihm verliehene Kammerherrenschlüssel in seine Haustüre
paßt.”
“O.L.G.H. (= Oskar Haidlen) hat heute einen längeren Erholungsurlaub antreten müssen, da er vom vielen
Kanalramschspielen Blasen an den Fingern bekommen hat.”
Unter “Wahrsagungen des Schäfers Thomas für 1903/04″ hieß es:
“Julius Nördlinger wird in den Reichstag gewählt und hält während des ganzen Jahres nur eine Rede.”
“Otto Bockshammer darf einmal bis 11 Uhr im Wirtshaus bleiben.”
Die Ausgabe von 1904 brachte das Gedicht:
Die bange Frage
Karl Binder sorgsam seine Pflicht
Erfüllte bei dem Amtsgericht.
Nicht lange währt’s, auch schon Bericht
Erstattet er beim Landgericht.
Kein Zweifel, kommt für ihn in Sicht
Bald auch das Oberlandsgericht.
Und lebt er lang, einst Recht noch spricht
Von Binder bei dem Reichsgericht.
Weil’s ihm an Schlauheit nicht gebricht,
So ziert er Amts- bis Reichsgericht.
Und nur in einem trau’ ich nicht:
O Karl, wie wird’s beim Weltgericht?
Ab 1905/06 wurden in den Bopserboten weniger knappe Nachrichten und Gedichte, sondern mehr längere Prosastücke
eingerückt. Das macht die Nummern aus der Sicht eines Spätergeborenen nicht mehr so witzig. In den Jahrgängen 1907
und 1908 finden sich Beiträge zum Hausbau auf dem Österberg, die Hauber, Haidlen, Göz und Raiser erwähnten.
Regelmäßig wurden in diesen Jahren die bevorstehenden Theateraufführungen des Familienabends rezensiert, wobei die
beteiligten Damen sehr gut, die Bundesbrüder schlecht wegkamen. Häufig angeführte Bundesbrüder waren nun Otto
Wölz, der als Jungliberaler in Parteiversammlungen der nationalliberalen Partei sprach, sowie Yelin, Neuschler,
Schwarzkopf, Schaller und Geyer. Auch R.Mohl wurde erwähnt, oftmals als “Mohl-Pascha”. 1909 hieß es über ihn, er
sei damit beschäftigt, zu der von ihm gestifteten Fahne einen Kriegerbund zu gründen. Immer wieder wurde seine
Pistole genannt. Im Bopserboten von 1911 stand:
Eines bleibt nur unerreichbar
Und sticht selbst das Neuste aus:
Unser Mohlmarsch unvergleichbar
Übertrifft selbst Richard Strauß!
Was ist Straußischer Spektakel,
Knallt nur einmal Rudolf Mohl
Bei der Biertour, – o Mirakel! -
In die Lüfte sein Pistol! – -
Manfred Schneider, ein Jurist mit großem literarischem Interesse, war um 1911 öfters Gegenstand von Beiträgen. 1912
fehlten Mitarbeiter für den Bopserboten, so daß er reduziert erschien. Die “Referendäre” hätten sich indolent gezeigt.
Ein längeres Gedicht behandelte die Alten in Berlin. 1913 gab es gar nur noch “Bopsersplitter”, also eine ebenfalls
verringerte Ausgabe. Sie enthielt ein Photo aus dem Michoud, das Oskar Haidlen und Ferdinand Neunhöffer beim
Kartenspiel zeigte. Eigenartig berührt, wenn es in dieser Ausgabe in einem “Brief aus Tübingen” hieß: “Wenns’s nur
Krieg gäbe, dann müßten wir doch keine Kneipzeitungen machen! … Angst haben wir keine vor den Franzosen, wir
legen uns dann einfach alle in den Schützengraben, den Wildermuth auf dem Kopf hat. Ehe es losgeht, kommt unser
l.A.Hedinger und hält wieder eine Liturgie über den alten Geist.” In der gleichen Nummer stand unter der Überschrift
“Zur Weltlage”: “Von mir aus kann’s losgehen! – Meine Pistolen sind geladen, meine Stiefel geschmiert.
Erkennungszeichen trage ich jetzt schon bei Tag und Nacht. Mohl”. 1914 erschien der letzte Bopserbote der
Vorkriegszeit, diesmal wieder im alten Umfang. Eine etwas elegische Jugendstilzeichnung von Eugen Schmidt zierte
sein Titelblatt. Im Innern wurde “vom Michoud-Parlament unter Vorsitz von Mohl-Pascha, Minister des Kriegs- und
Vereinswesens”, berichtet. Der Inseratenteil enthielt die hellseherische Anzeige: “Der Familienabend 1915 fällt aus!”
So war es dann auch. Der Krieg ließ die Folge der Familienabende und der Bopserboten abreißen.