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15 - 25 Quadratmeter
150 - 200 Euro
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Die Akademische Gesellschaft Stuttgardia ist eine liberale, nicht schlagende, nicht farben-tragende Korporation von Studentinnen und Studenten an der Eberhard Karls Universitaet Tübingen
Im WS 1908/09 kamen die Beziehungen zum Stuttgarter Sonderbund ganz zum Erliegen. Dennoch war es weiterhin
üblich, daß von Brüdern je nach dem Studienort einer bei der Stuttgardia und der andere beim Sonderbund aktiv wurde,
wie z.B. in den Familien Habermaas und Piesbergen. Erst um 1912 sind wieder Kontakte zwischen beiden Bünden
überliefert.
Die Beziehungen zur Saxonia hatten gelitten. Die Saxonia bezeichnete im WS 1910/11 das Verhältnis zur Stuttgardia
als “lästig” und sandte keinen Vertreter zu deren Stiftungsfest101. Die Stuttgardia belegte jedoch bei der Saxonia
weiterhin Waffen. Vom WS 1908/09 bis Januar 1911 wurden von Stuttgarden auf Saxonia-Waffen 29 Partien gegen
Mitglieder der Burschenschaft Germania ausgefochten, darunter von Otto Riedel sechs Partien und von Hermann
Müller III vier Partien102. Im WS 1909/10 gab es einige Chargenforderungen. Drei Partien wurden vom Ehrengericht
nicht genehmigt und zwei Partien vom Rektor untersagt. Die Germania wurde in jener Zeit von der Stuttgardia als
“Erbfeind” angesehen103. Im Herbst 1910 nahm Rudolf Brandt eine Germanenmütze weg, worauf ihn der Konvent
einige Zeit aus der Gesellschaft ausschloß104. Im WS 1910/11 gab es Zwistigkeiten mit Germania und Saxonia auf
Grund eines Briefs der Stuttgardia. Nach Chargenforderungen nahm die Stuttgardia ihren Brief wieder zurück105.
Die Feststellung der Festschrift von 1894, die Satisfaktion mit der Waffe solle eine seltene Ausnahme im
Gesellschaftsleben bilden, galt für die Zeit um 1908/10 nicht. Die Ausfechtung von schweren und langwierigen
Streitigkeiten mit der Burschenschaft Germania drückten ganzen Semestern den Stempel auf. Dies sei “zur Wahrung
der Gesamtehre” erfolgt106. Hans Wildermuth meinte andererseits, “ein Kreis gewaltig trinkender und fechtender
Recken habe durch den Unflat ihrer Sitten den Bund damals in bösen Mißkredit gebracht”.
Dagegen wurden die guten Beziehungen zu den Verbindungen Igel und Virtembergia weiter gepflegt. Im SS 1911
folgten drei Vertreter der Stuttgardia einer Einladung zum Stiftungsfest des Igels. Im SS 1912 waren drei Vertreter der
Stuttgardia beim Hauseinweihungsfest der Virtembergia, deren Haus ebenfalls Architekt Dollinger geplant hatte. Man
pries damals und im nächsten Jahr die guten, lange bestehenden Beziehungen zwischen beiden Korporationen. 1914
kühlte sich dann das Verhältnis zum Igel ab. Eine Chargenforderung desselben war vom Ehrengericht abgelehnt
worden, da die Stuttgardia berechtigt gehandelt habe107.
Im Februar 1913 bildeten die schlagenden Verbindungen108 in Tübingen einen Waffenring. Er hatte den Zweck, den
Ton im studentischen Verkehr zu verfeinern und insbesondere Prügeleien und Ohrfeigen zu unterbinden. Deshalb
verbot er Realinjurien. Die Ehrengerichte wurden verpflichtet, Studenten, die keiner Korporation des Waffenrings
angehörten, bei Realinjurien dem Waffenring anzuzeigen. Dieser wollte dann prüfen, ob er über den Beleidiger den
Abbruch jeglichen studentischen Verkehrs auf vier bis sechs Monate verhängen solle. Die sieben Verbindungen
Stuttgardia, Igel, Roigel, Lichtenstein, Normannia, Stochdorphia und Virtembergia sahen dies als eine unzulässige
Jurisdiktion über ihre Mitglieder an und bildeten im Juli 1913 einen gegen den Waffenring gerichteten Lokalverband.
Bei ihm wechselte bei jeder Sitzung die Sitzungsleitung, Beschlüsse konnten nur einstimmig gefaßt werden. Dieser
“Anti-Waffenring” erklärte dem Waffenring den “Waffenverruf”. Damit durften seine Angehörigen bei den
Verbindungen des Waffenrings nicht mehr belegen. Ehrenhändel zwischen Mitgliedern des Waffenrings und des
Antiwaffenrings konnten daher kaum erledigt werden, da von den waffenführenden Korporationen nur Zollern und
Palatia dem Waffenring nicht angehörten109.