Nichttragen von Farben als wichtiger Grundsatz

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In den Statuten nicht ausdrücklich erwähnt ist, daß die Gesellschaft keine Farben führte. Nach der Festschrift von 189421 war dies jedoch das wesentliche Unterscheidungsmerkmal zu anderen Verbindungen. Angehörige von farbentragenden Verbindungen hatten damals Band und Mütze während des Semesters in Tübingen dauernd zu tragen (Couleurzwang)22. Die Stuttgarden gingen davon aus, daß es nicht des Tragens von Farben als Bekenntnis zur Gesellschaft bedürfe und die Zusammengehörigkeit nicht auf diese Weise dokumentiert werden müsse. Sie lehnten diesen wichtigen Teil des damaligen studentischen Brauchtums ab.
Unabhängig von diesem nie verlassenen Grundsatz fand das Wappen der Stadt Stuttgart, das schwarze Roß im goldenen Feld, reiche Verwendung auf Kneipgegenständen und Schriftsachen23. Die Stuttgardia gebrauchte regelmäßig ein nach heraldisch rechts aufgerichtetes Roß. Davon abweichend zeigt das Stuttgarter Stadtwappen seit 1938 ein steigendes Roß. Um Verwechslungen mit dem Stuttgarter Wappen zu vermeiden, wurde oftmals zum Pferd ein Stern hinzugesetzt24. Über dem Wappenschild war häufig ein Stechhelm, dessen Helmzier aus drei schwarz-goldenen Straußenfedern bestand. Die ab etwa 1900 verwendete reiche Wappendecke ist ebenfalls schwarz-golden gehalten.

Nachdem die Stuttgardia ein eigenes Haus besaß, wurde eine Fahne in den Farben schwarz-gold mit dem aufgerichteten Roß aufgezogen. Bis etwa 1971 wurde sie regelmäßig erneuert. Seit 1988 ist eine kostengünstigere Fahne mit den heraldisch zulässigen schwarz-gelben Farben in Gebrauch.

Bierzipfel als Schmuckanhänger aus schwarzem Band mit Schieber (Metallschlaufe in Gold oder Golddoublé) haben auf der Vorderseite den Zirkel und auf der Rückseite die Widmung eingraviert. Sie wurden in der Stuttgardia als Zeichen der Freundschaft wohl mit der Einführung des Leibburschenverhältnisses vor dem ersten Weltkrieg üblich25. Zwischen den Weltkriegen und in Einzelfällen nach dem zweiten Weltkrieg sind sie nachweisbar. Man trug sie am Hosenbund auf der rechten Seite. Die schmäleren Weinzipfel tauschten Bundesbrüder untereinander aus.