Zimmer in eleganter Jugendstil- Villa hoch über der Stadt und dem Neckar. Innenstadt, Uni und Mensen sind nur Schritte entfernt.
15 - 25 Quadratmeter
150 - 200 Euro
Wasser, Strom, Heizung, Internet, Telefon inklusive
Die Akademische Gesellschaft Stuttgardia ist eine liberale, nicht schlagende, nicht farben-tragende Korporation von Studentinnen und Studenten an der Eberhard Karls Universitaet Tübingen
In den beiden ersten Jahrzehnten ihrer Gemeinschaft pflegten die Stuttgarden in den bescheidenen Buden der Tübinger Altstadt zu wohnen. Einzelne Tübinger Bürger vermieteten bevorzugt an Angehörige einer Verbindung. So wohnten im SS 1882 elf Mitglieder der Stuttgardia (Roman, Kreuser, Weizsäcker, Erhard, Planck, Souchay, Erhardt, Lamparter, Schmoller, Tafel und Mohl) in zwei nebeneinander liegenden Häusern am Neckar. Nach den jeweiligen Eigentümern nannten sich die Stuttgarden im Gebäude Bursagasse 16 “die Schmidhäuserei” und die im Haus Bursagassse 18 “die Reißerei”. Die Studenten ließen von beiden Häusern ein Photo anfertigen und stifteten es auf die Kneipe84. 1885 wurde auf dem “Schmidhäuserei-Balkon” ein Kneiptag mit Musik abgehalten.
Andere Behausungen, in denen Stuttgarden bevorzugt wohnten, waren “die Kilpperei” (Neckarhalde 10) und “die Gscheidlei” (Neckarhalde 18). Die oft engen Zimmer in der Altstadt wurden in den 80er Jahren als nicht mehr ausreichend empfunden. Man zog nun in “die Beiermeisterei” (Grabenstr.31) oder in die neuen Stadtteile, wie das Aulaviertel85. Von besonderer Bedeutung für die Zukunft der Stuttgardia sollte werden, daß am Österberg seit Anfang der 80er Jahre die Studentenzimmer im Haus des Kaminfeger Robert Stotz bzw. ab 1884/85 des Präparators Johannes Kocher nur von Stuttgarden bewohnt wurden. Der Garten dieses Hauses war an manchen Sommerabenden Schauplatz heiterer Gelage86.
Bei dem oftmals bier- und weinseligen Leben schlug mancher der Studenten über die Stränge. Im Strafbuch der Universität sind daher auch Stuttgarden verzeichnet87. Meist handelte es sich um Nachtruhestörung, für die drei Gulden und später zwei bis sieben Mark zu zahlen waren. Dieses Delikt begingen der spätere Ministerpräsident Karl Weizsäcker, ferner Hermann Wildermuth, Gustav Schwab I gemeinsam mit Karl Geyer I, außerdem Karl Sprinkhardt, dann gemeinsam Alfred Theilacker, Emil Mohl und Wilhelm Nädelin, ferner Otto Bockshammer und Albert Flammer. Ludwig Schaller sang unerlaubt morgens um 1 Uhr in der Langen Gasse. Otto Sarwey und Hermann Lautenschlager wurden je viermal wegen Nachtruhestörung bestraft, der Theologe Adolf Köstlin erhielt zweimal deswegen, sowie einmal wegen unerlaubtem Begehen der gesperrten Mühlstraße ein Strafmandat. Albert Walcher und Eduard Seeger ritten unerlaubt in den Alleen, ebenso Paul Yelin mit Paul Dollinger sowie Gustav Jolly, der außerdem zwei Laternenscheiben zertrümmerte. Die härtesten Strafen mit acht, vier bzw. zwei Tagen Karzer erhielten am 14.7.1884 Alexander Finckh, Ernst Grein und Heinrich Häußler wegen Ungehorsam und ungebührlichen Äußerungen gegen den Pedell88.
Es war damals üblich, jedes Semester vom Photographen eine Aufnahme der Bundesbrüder anfertigen zu lassen. Für die Stuttgardia kam dabei nur Tübingens Hofphotograph Hornung in Betracht89. Erhalten ist als frühestes Photo ein Semesterbild vom SS 1878, auf dem die Mitglieder mit runden Igelgläsern mit Deckel, einem großen Humpen und Schirmen mit Elfenbeingriffen zu sehen sind. Das folgende erhaltene Bild zeigt die Bundesbrüder 1883 bei der Bierkapelle Schwärzloch mit Bierfäßchen, Igelgläsern, Liederbüchern
und Stöckchen. Auch der Gesellschaftsdiener Zeiher war in Livree mitgekommen. Auf den nächsten erhaltenen Bildern von 1885 und 1888 sind die Studenten jeweils mit mehreren Hunden zu sehen. Im SS 1891 wurde bereits ein Gruppenbild am Kocherschen Haus am Österberg aufgenommen. Seither sind auch immer wieder sog. Militärfüxe in Uniform dabei, die schon während ihrer Dienstzeit in die Gesellschaft eingetreten waren. Aus dem WS 1894/95 ist das erste Bild einer Confuxia erhalten, das zusätzlich zum allgemeinen Semesterbild aufgenommen worden war.
Besser situierte Studenten pflegten im 19.Jahrhundert Hunde zu halten. Auch die Stuttgardia selbst schaffte sich Gesellschaftshunde an, deren Versorgung vermutlich Aufgabe des Gesellschaftsdieners war. Der erste namentlich bekannte Hund hieß “Hektor”. Sein Grab wurde 1883 auf Konventsbeschluß mit einem Bäumchen geziert. Karl Stieler widmete ihm ein Gedicht90:
Hektors Grab
Dort unten bei Bäumen und Blüten,
Da ist eines Helden Grab,
Die Vögelein singen ihm Frieden
Auf die stille Gruft herab.
Dort ruht er von seinen Kämpfen,
Der wackere Kämpe aus,
Er, der im Leben gefochten
So kühn manch blutigen Strauß.
Er, der ein Stolz seiner Freunde,
Der Schrecken der Feinde oft war,
Beschützer der hilflosen Unschuld:
Ein echter Ritter, fürwahr.
Doch ach! auch ihn hat bezwungen
Am Ende der Jahre Gewalt;
Der kühne, der stolze Recke,
Er wurde schwach und alt.
Nicht konnt’ er dem Feind mehr stehen,
Wie der Mut in der Brust ihm auch glüht,
Nicht konnt er zum Liebchen mehr gehen,
Ob die Lieb’ ihm auch’s Herze durchzieht.
Er fühlt’s: “Es dauert nicht lange,
Bis mein Leben zu Ende geführt:
Es ist mir im Herzen nur bange,
Ob ich sterbe, wie’s Helden gebührt.
Nicht will ich auf dumpfigem Lager
Abscheiden von der Welt;
Den Tod will ich erwarten
Wohl auf dem freien Feld.”
Und wie er’s gewünscht, so geschah es,
Ihn traf ins Herz der Schuß;
Ein Blick aus den treuen Auge,
Das war sein letzter Gruß.
Dann hat man im Lederkoller,
Wie er lebte, gescharrt ihn ein,
Dort unten am Ufer des Neckars,
Da muß seine Ruhstatt sein.
Da duften im Lenze die Blüten
Wohl über des Helden Grab,
Und Vögelein singen in Frieden
Auf die stille Gruft herab.
Die Festschrift 1894 enthält ein entzückendes Photo von drei auf gepolsterten Stühlen sitzenden Hunden91. Im SS 1897 fertigte Photograph Hornung ein Bild des Collies “Lord”. Auch später gab es Hunde aller Rassen, die noch bis 1922 auf den Semesterbildern zu sehen waren. Hans Wildermuth berichtete für 1913/14 vom Bundeshund “Tilly”, der von einem Auto überfahren wurde, und von seinem Nachfolger, dem Foxterrier “Flock”92.