Zimmer in eleganter Jugendstil- Villa hoch über der Stadt und dem Neckar. Innenstadt, Uni und Mensen sind nur Schritte entfernt.
15 - 25 Quadratmeter
150 - 200 Euro
Wasser, Strom, Heizung, Internet, Telefon inklusive
Die Akademische Gesellschaft Stuttgardia ist eine liberale, nicht schlagende, nicht farben-tragende Korporation von Studentinnen und Studenten an der Eberhard Karls Universitaet Tübingen
Die Statuten bestimmten: “Den Mittelpunkt der geselligen Vereinigung bildet der Kneiptag, der zweimal wöchentlich stattfindet”. Auf der Kneipe wurde beim Genuß kommentmäßiger Getränke Geselligkeit gepflegt. Das Kneiplokal nannte man ebenfalls Kneipe. Kommers war die festliche Kneipe.
Die Kneipe richtete sich nach studentischem Brauch, dem sog. Kneipkomment. Er habe sich in der Stuttgardia
allmählich entwickelt. Die Statuten von 1874 regelten nur wenig. Das Kneippräsidium konnte danach zur
Aufrechterhaltung der Ordnung Strafen verhängen, und zwar Bierstrafen, gegen die kein Rekurs an den Konvent möglich war, und Geldstrafen bis 36 Kreuzer, gegen die Rekurs offen stand. Diese Strafen dienten auch bei der Stuttgardia dazu, das Kneipbier und sonstige Ausgaben mitzufinanzieren38. Die Bedienung an der Kneiptafel oblag den “Bierfüchsen”. Zu diesem Amt waren neu eingetretene vor älteren Mitgliedern verpflichtet. Bei Strafe von 36 Kreuzer mußte jedes Mitglied an der Kneipe teilnehmen. Es konnte Gäste einführen.
Der Bierkonsum bei den Kneipen der Stuttgardia war wohl nicht gering39. Es ist die Rede von gewissenhaft geführten Bierkurven, die sich auch in den 80er Jahren auf der alten Höhe gehalten hätten. In der Frühzeit pflegte man auf der Kneipe Pfeife zu rauchen, um 1894 nur noch Zigarren.
Die Semester wurden jeweils in der zweiten Aprilhälfte bzw. Ende Oktober mit einer Antrittskneipe begonnen. Kurz vor Weihnachten feierte man die Weihnachtskneipe, an die sich in den 80er Jahren am Tage darauf morgens eine Festfrühmesse und mittags eine Ausfahrt (teilweise mit Kandidatenfuhre) nach Eningen bei Reutlingen oder Metzingen anschloß. Ein Fastnachtskneiptag (vielleicht kostümiert) ist erstmals für das Jahr 1878 erwähnt. Bei der Fastnachtskneipe 1880 wurde das selbst gedichtete Stück “In dreißig Jahren” aufgeführt, das sich vermutlich – wie später noch viele Mimiken – mit der Zukunft der Stuttgardia befaßte. Nicht bekannt, aber durchaus denkbar ist, daß man damals schon über das Auftreten weiblicher Füxe spekulierte und sich dann freute, daß das ja gottlob nicht in Betracht komme. Bei der Fastnachtskneipe des folgenden Jahres gab es die Aufführung “Das Eisfest in Tübingen”. Von der nächsten Fastnachtskneipe hören wir erst 1896 wieder, dann scheint sie endgültig in Abgang gekommen zu sein. Im Sommer pflegte man seit 1873 (später im Wechsel mit dem Niedernauer bzw. Imnauer Fest) eine sog. Naturkneipe als Gelage in der freien Natur durchzuführen. 1881 ist bereits von “der herkömmlichen Form” die Rede. 1882 wurde sie beim Ammerhof, 1883 und 1885 “am gewohnten Ort bei Lustnau” abgehalten. Bis 1893 gab es am Tag nach der Naturkneipe eine “solenne” Frühmesse im Kneiplokal und dann eine Jagdwagenpartie40 nach Metzingen (1881), Herrenberg (1883) oder Böblingen (1885, 1887, 1890, 1892, 1893).
Beendet wurden die Semester Anfang März bzw. Anfang August mit einer Schlußkneipe. Im März 1888 fiel die
Schlußkneipe ebenso wie die Kandidatenfuhre wegen des Ablebens von Kaiser Wilhelm I. aus. Zu Ende des SS 1889 wurde die Kneipe wegen des Tods von Bundesbruder Theilacker “still gefeiert”. Bis 1889 fand zwischen Winter- und Sommersemester Anfang April ein Vakanzkneiptag in Stuttgart statt.
Nach der Kneipe versammelte sich ihr seßhafter Kern in Tübingen in der “Feuchtei” (Café Feucht, Neckarhalde 8), später beim Bäcker Sprecher (Schmidtorstr.5) oder beim Bäcker Meinhardt, Haaggasse33)41.