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15 - 25 Quadratmeter
150 - 200 Euro
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Die Akademische Gesellschaft Stuttgardia ist eine liberale, nicht schlagende, nicht farben-tragende Korporation von Studentinnen und Studenten an der Eberhard Karls Universitaet Tübingen
Ab 1883 veranstalteten die in Stuttgart verheirateten Alten jedes Jahr in der Zeit zwischen Januar und März einen Ball, den sog. Familienabend95. Die Organisation oblag einem “Wohlfahrtsausschuß”, zu dessen Mitgliedern Hauber, Kern und Steudel gehörten. Im ersten Jahr fand er im Stuttgarter Königsbau, dann im Museum (Kanzleistr.11, heute Theodor-Heuss-Straße gegenüber der Einmündung der Willi-Bleicher-Straße) statt. Die aktive Gesellschaft erschien regelmäßig vollzählig. “Unter den wetteifernden Bemühungen der Alten und Aktiven ist er zu hoher Blüte gelangt und bildet ein Hauptmittel des inneren Zusammenhalts zwischen der alten und jungen, der männlichen und der weiblichen Stuttgardia”.
Für den Familienabend ist ein Problem überliefert, mit dem sich damals Veranstalter von Festen im gehobenen
Bürgertum abzumühen hatten, nämlich der Festlegung des Kreises der einzuladenden Damen und deren Betreuung. Während zum Niedernauer Fest 1875 noch Ottilie Wildermuth als “Anstandsmutter” zugezogen worden war, wurden beim Familienabend von Anfang an Eltern von unverheirateten Damen ausgeschlossen. Dies legte dem Veranstalter nach damaliger Anschauung eine besondere Verantwortung für die Damen auf. Keine Dame sollte ohne Tischherrn oder Tänzer sein. Die unverheirateten Schwestern, Schwägerinnen und später die Töchter sollten nicht hinter ferner oder gar nicht verwandten Damen zurückstehen, weshalb der Kreis der einladbaren Damen meist auf sie beschränkt wurde. Auch unter dem Gesichtspunkt, daß der Familienabend eine Gelegenheit zum Kennenlernen von Ehepartnern war, wollte man den Kreis der Besucher geschlossen halten.
Nach den erhaltenen Programmen wurde das Fest mit einem Musikstück eröffnet, z.B. 1887 mit der Ouvertüre zu Mozarts “Titus” und 1889 mit der Ouvertüre zu Mozarts “Der Schauspieldirektor”. Sodann führten Bundesbrüder und ihre Damen einen Schwank auf. 1888 wurde “Rezept gegen Schwiegermütter” (nach Manuel Juan Diano bearbeitet von Ludwig I. König von Bayern) und 1889 “Der Zankapfel” (von Paul Lindau; in der männlichen Hauptrolle Emil Seckel) gespielt. 1892 gaben August Raiser, Walter Dinkelmann, Hermann Abert und Oskar Autenrieth zusammen mit Dorothea und Theodora Gutbrod sowie Ottilie Martin das Stück “Ein olympischer Traum”. In der Ankündigung hieß es: “Die Plätze sind frei, aber nur gegen Applaus”. Wohl 1893 spielte das “Bundestheater der Stuttgardia” den Schwank mit
Gesang “Papa hat’s erlaubt”. 1894 wurde das von einem Bundesbruder verfaßte Stück “Ein fideles Gefängnis”
aufgeführt, in dem wohl Karl Sarwey als Amtsrichter Mumpitz und weitere Bundesbrüder unter den Masken von
eingekerkerten Vagabunden vorkamen96.
Nach der Theateraufführung folgten die Polonaise und dann das Abendessen. Danach wurde getanzt. Für 1888 ist die Reihenfolge der Tänze überliefert: “Polka (Tischtour), Francaise, Galopp, Lanciers, Walser, Mazurka, Cotillon, Francaise und Bowletour”. Eine Tanzkarte diente zum Notieren der schon zuvor aufgeforderten Damen. Während des Abends konnte es weitere Aufführungen geben, so nannte ein Theaterzettel von 1888 allerlei Varietéaufführungen, u.a. der Stuttgardia-Gruppe “Söflinger Liederkranz”.